Mietminderung - Ihr Recht

Miete zahlen und in einer Wohnung ohne Mängel wohnen –  eigentlich selbstverständlich, bis zu dem Tag an dem ein ausgefallener Heizkörper, feuchte Wände oder klappernde oder gar kaputte Fenster und Türen, die Wohnqualität deutlich mindern. Sie müssen diese Mängel aber nicht ohne weiteres hinnehmen: In manchen Fällen haben Sie das Recht auf eine Mietminderung!

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Was berechtigt zur Mietminderung?

Ihr Vermieter ist rechtlich verpflichtet die Wohnung in einem makellosen Zustand zu erhalten. Tut er dies nicht, müssen Sie nicht gleich die Koffer packen: Nehmen Sie eine Mietminderung vor - oder behalten Sie in besonders schweren Fällen die Miete sogar ganz ein. Es ist hierbei völlig unerheblich, ob der Vermieter selbst Verursacher des Mangels ist oder ob er überhaupt Einfluss darauf nehmen kann, solange der Wohnwert Ihrer Wohnung beeinträchtigt wird.

Mängel, die zu einer Mietminderung berechtigen:

Höhe der Mietminderung richtet sich nach Schwere des Mangels

Bei der Beurteilung der Höhe der Mietminderung können Sie lediglich auf Referenzfälle zurückgreifen, die zuvor von Gerichten entschieden wurden, eine gesetzliche Regelung gibt es nicht. Folgend genannte Beispiele von Mietminderungen sind also nur als Richtwerte zu verstehen.
Grundsätzlich gilt aber, dass die Mietminderung umso höher ist, desto mehr Ihr Wohnen von dem Mangel beeinträchtigt wird. Dies beginnt z.B. bei lästigen Geräuschen oder störenden kleineren Defekten und führt im Extremfall zur Unbewohnbarkeit der Wohnung.

Zu einer 100%igen Mietminderung berechtigen beispielsweise groß angelegte Renovierungsarbeiten innerhalb der Wohnung, bei denen Handwerker unentwegt im Haus sind und ganze Räume nicht mehr bewohnt werden können. Gesundheitsgefährdende Mängel können je nach Beeinträchtigung zu 50% Mietminderung berechtigen. Immerhin noch ca. 40% können Sie mindern, wenn die sanitären Anlagen wie Toilette oder Dusche nicht oder schwer benutzbar sind. Baulärm außerhalb der eigenen vier Wände berechtigt zu etwa 20% Mietminderung, bei anhaltender nachweisbarer Belastung durch Nachbarn sogar bis zu 50%. Auch wenn der Garten unbenutzbar wird oder sich durch Bauten in der Nachbarschaft der Wert Ihrer Wohnung mindert, sind Sie zu einer Mietminderung berechtigt.

Wie wird eine Mietminderung vorgenommen?

Wenn Sie Ihre Miete mindern möchten, müssen Sie zunächst einmal Ihren Vermieter schriftlich über den Mangel informieren und ihm Gelegenheit geben diesen innerhalb einer angemessenen Frist zu beseitigen. Wichtig ist hierbei auch schnelles Handeln, denn der Anspruch auf eine Mietminderung verfällt, wenn Sie den Mangel ein halbes Jahr oder länger bereits geduldet haben. Stellen Sie zudem sicher, dass Sie nicht selbst den Mangel verursacht haben – beispielsweise kann mangelndes Heizen oder das Trocknen von Wäsche in der Wohnung feuchte Wände verursachen.

Grundsätzlich werden Mietminderungen nur auf die Kaltmiete, nicht aber auf die Nebenkosten angerechnet. Sorgen Sie für Zeugen oder schriftliche Belege, evtl. Fotos der Mängel und führen Sie Briefwechsel möglichst per Einschreiben durch. Sammeln Sie Beweise, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Für genauere Informationen und ggf. Rechtsbeistand empfiehlt es sich, den örtlichen Mieterverein oder einen auf Wohnrecht spezialisierten Anwalt zu kontaktieren.

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