Nebenkosten, die zweite Miete

Sie gehören zur Miete dazu: die Nebenkosten. Obgleich meist jeder diese anstandslos bezahlt, wissen viele gar nicht genau, welche Dinge konkret zu den Nebenkosten gehören. Dabei lohnt es sich genau hinzusehen: Viele Nebenkostenabrechnungen sind nämlich fehlerhaft. Der Mieterbund geht sogar davon aus, das jede zweite Abrechnung der Nebenkosten falsch ist. Um unnötige Kosten zu sparen, sollte jeder seine Nebenkosten genau prüfen bevor er sie bezahlt.

Nebenkosten – was gehört dazu?

Prinzipiell hat der Mieter nur dann die Pflicht Nebenkosten zu zahlen, wenn diese im Mietvertrag aufgeführt werden. Dabei sind auch nur die Posten zu bezahlen, die definitiv im Mietvertrag aufgelistet sind. Von den Nebenkosten finanziert der Vermieter alle vorgeschriebenen nötigen Instandhaltungen des Wohnhauses und der Wohnanlage. 
Nebenkosten sind in warme und kalte Kosten aufgeteilt. Zu den warmen Kosten gehören zum Beispiel Strom, Heizkosten und die Warmwasserversorgung. Die kalten Kosten machen den größeren Teil aus, dazu gehören:

Unzulässige Nebenkosten

Beim Durchlesen der jährlichen Abrechnung, Augen auf, ob Sie eine der folgenden Punkte finden: Kosten für neue Anschaffungen gehören in der Regel zu den Unterhaltungskosten und sind nicht über die Nebenkosten abzurechnen. Ebenso unzulässig ist das Abwälzen von einmaligen Reparaturkosten auf den Mieter. Auch Bankgebühren und Verwaltungskosten dürfen nicht in der Nebenkostenabrechnung auftauchen. 

Wichtig: Die Nebenkosten werden nach der tatsächlichen Fläche der Wohnung berechnet. Da im Mietvertrag manchmal die Größe falsch angegeben ist, sollte man nachmessen. Auch Heizkosten dürfen nur nach tatsächlichem Verbrauch angerechnet werden.

Nebenkosten prüfen

Wenn die Abrechnung der Nebenkosten ins Haus flattert, sollte diese nicht gleich im Ordner verschwinden. Holen Sie die letzte Abrechnung der Nebenkosten heraus und schauen Sie genau hin: Sind vielleicht neue Posten dazugekommen? Das ist meist unzulässig, es sei denn, die Kosten stehen so bereits im Mietvertrag. Im Zweifelsfall können Sie die Belege des Vermieters für alle Kosten zur Einsicht anfordern. Kommt es zum Konflikt mit dem Vermieter hilft der Mieterschutzbund kompetent weiter.
Schon gewusst? Einige Nebenkosten können Sie bis zu  20 % pro Jahr von der Steuer absetzen – zum Beispiel Kosten für den Hauswart, die Gartenarbeit, allgemeine Wartung und Schönheitsreparaturen.